Bequeme, schnelle und zuverlässige Mobilität

Mobilität ist die Grundvoraussetzung für ein modernes urbanes Leben im 21. Jahrhundert, sie ermöglicht die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Dabei ist Mobilität immer Mittel zum Zweck und nie Selbstzweck. Je nach Anlass, Ort und Ziel sowie den individuellen Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer sind unterschiedliche Verkehrsmittel sinnvoll. Wir wollen die unterschiedlichen Stärken jedes Verkehrsmittels zum größtmöglichen Nutzen entfalten ohne ideologisch andere Verkehrsmittel – und damit auch andere Verkehrsteilnehmer – zu diskriminieren. Ziel eines städtischen Mobilitätskonzeptes ist für uns, die Belange aller Verkehrsteilnehmer gleichermaßen zu berücksichtigen, damit jede und jeder gut, schnell und sicher ans Ziel kommt. Der ÖPNV ist aus unserer Sicht ein wichtiger Baustein, um die Verkehrsbelastung innerstädtisch und in die umliegende Region zu verringern. Daher möchten wir den ÖPNV für mehr Menschen attraktiv gestalten. ÖPNV bedeutet letztendlich mehr Lebensqualität und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Wir wollen den ÖPNV in Leverkusen permanent verbessern und anpassen.  Noch bestehende Versorgungslücken – insbesondere abends und an den Wochenenden sowie in Randlagen – wollen wir möglichst bedarfsgerecht schließen. Wir wollen dabei auch „Mobilitätspunkte“ als zentrale Umstiegspunkte schaffen, an denen verschiedene Verkehrsmittel sinnvoll miteinander vernetzt werden. So können wir die jeweiligen Stärken bestmöglich nutzen und ein flexibleres Reisen ermöglichen. Digitale Informationsangebote sind hierzu eine sinnvolle Ergänzung.

Unsere Forderungen lauten deshalb:

Für Fußgängerinnen und Fußgänger

  • Kurze Entfernungen müssen auch „fußläufig“, also sicher und bequem zu Fuß machbar sein.
  • Bürgersteige müssen frei von Stolperfallen sein und – wo immer möglich – vom Radverkehr getrennt werden.
  • Maßstab für Sicherheitsstandards sind für uns insbesondere Grundschulkinder, für die ein sicherer Schulweg gewährleistet werden muss.
  • Ampeln, Verkehrsinseln und Fußgängerüberwege insgesamt müssen in ausreichender Zahl vorhanden sein, um Sicherheit für Fußgänger zu bieten.
  • Die Wegeverbindungen innerhalb der Quartiere sowie zwischen Wohnquartieren und Nahversorgungszentren beziehungsweise Fußgängerzonen müssen überprüft und verbessert werden.
  • Fußgängerzonen müssen angenehm und mit einer gewissen Aufenthaltsqualität gestaltet sein.

Für Radfahrerinnen und Radfahrer

  • Radwege müssen sinnvoll zu einem echten Radwegenetz verbunden werden. Wo Radwege bislang einfach enden, wollen wir die Verbindung zum Netz schaffen. Radstrecken enden nicht an der Stadtgrenze. Wir setzen uns für eine interkommunale Vernetzung ein.
  • Die Balkantrasse bildet eine wichtige Verbindung zwischen Leverkusen und dem Umland. Deshalb ist es unbedingt notwendig, die Verbindung der Balkantrasse an das Leverkusener Radwegenetz am Bahnhof Opladen zu verbessern.
  • Die Radwegrouten müssen einheitlich und gut sichtbar beschildert werden. Insbesondere die Leverkusener Autobahnbrücke muss gut ausgeschildert und in das Radwegenetz eingebunden werden.
  • Um die Verbindung zwischen Leverkusen Wiesdorf und Köln Merkenich zu verbessern, setzen wir uns langfristig für den Bau einer Radfahrer-Fußgängerbrücke zwischen Wiesdorf und Merkenich ein.
  • Alle Hauptverkehrsstraßen müssen gefahrlos auch für Fahrradfahrer zu benutzen sein. Dabei möchten wir keine Verlagerung von Fahrradspuren auf die Fahrbahnen für Autofahrer, um Unfälle zu vermeiden. Grundsätzlich wollen wir einen eigenen, abgetrennten Verkehrsraum für Radfahrer.
  • Wir setzen uns dafür ein, dass Leverkusen den Bau einer “Plastic Road” für Radfahrer ernsthaft prüft. Dabei handelt es sich um Bauteile aus 100% recyceltem Kunststoff, die in nur etwa 30% der üblichen Bauzeit zu einem Radweg zusammengesetzt werden. Dieser hat eine etwa dreimal längere Lebensdauer als ein “normaler” Radweg, ist besonders umweltfreundlich und wird seit 2018 in den Niederlanden mit sehr guten Ergebnissen erprobt.
  • Möglichst jede Kreuzung sollte durch klare Markierungen den Radfahrverkehr sichtbar machen. An großen Kreuzungen sind separate Radfahrerampeln und eigene bzw. vorgeschaltete Ampelphasen wünschenswert.
  • Für Gelegenheitsradfahrer sowie für die „letzte Meile“ fordern wir eine Ausweitung des Leihfahrradsystems. Die wupsi hat mit ihrem Pilotversuch einen guten Startpunkt gesetzt, dieses System wollen wir weiter ausbauen. Lastenfahrräder wollen wir als sinnvolle Ergänzung hinzunehmen.

Für den ÖPNV

  • Für unsere städtischen Nutzfahrzeuge in Leverkusen fordern wir Technologieoffenheit, das heißt, neben Strom sollen zum Beispiel Wasserstoff oder mittelfristig auch synthetische Treibstoffe (Power to Fuel) als Antriebsenergie berücksichtigt werden. Im Busverkehr hat beispielsweise der Regionalverkehr Köln (RVK) innerhalb unseres Verkehrsverbundes (VRS) bereits seit einigen Jahren sehr erfolgreich Busse mit Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie im Einsatz. Auch die wupsi sollte ihre alten Fahrzeuge nach und nach gegen neue mit modernen Antriebstechniken
  • Wir fordern den Erhalt und den Ausbau von P+R-Parkplätzen, vor allem an den zentralen Verknüpfungspunkten zum ÖPNV wie dem Opladener Bahnhof, den Bahnhöfen Leverkusen Mitte und Schlebusch und den S-Bahnhöfen Chempark, Rheindorf und Küppersteg sowie der Endhaltestelle der Linie 4 in Schlebusch.
  • Alle P+R-Parkplätze müssen groß genug sein und – zusätzlich! – mit Fahrradparkplätzen ausgestattet sein. Das Nutzen der P+R Stellplätze soll in Verbindung mit einem Ticketkauf für den ÖPNV gebührenfrei sein.
  • In Kooperation mit den umliegenden Städten und mithilfe von Förderprogrammen der öffentlichen Hand wollen wir die Anschlüsse verbessern. Insbesondere ist unser Ziel die Verlängerung der Straßenbahn-Linie 4 von Schlebusch über Alkenrath bis Leverkusen-Opladen. Langfristig wollen wir die auf der Kölner Seite geplante Splittung in zwei Linienführungen nutzen, um die neue Linie über Köln-Flittard bis Opladen fortzusetzen und die Schleife zu schließen.
  • Das Linienkonzept der wupsi seit Herbst 2019 hat eine bessere Verknüpfung der Buslinien untereinander, aber insbesondere zum Schienenverkehr gebracht, auch die Hauptlinien werden häufiger und länger bedient. Dieses Linienkonzept wollen wir nach den ersten gesammelten Erfahrungen weiter optimieren.
  • Um den ÖPNV insbesondere für Berufspendler attraktiver zu gestalten, muss er in den verkehrsintensiven Tageszeiten pünktlicher sein und die Fahrpläne einhalten können. Deshalb fordern wir die Prüfung von möglichen Busspuren, die tageszeitlich flexibel eingerichtet werden können. Mögliche Strecken könnten zusammen mit den Busbetrieben diskutiert werden.
  • Die Busanbindung im Bereich der Neuen Bahnstadt und des Campus ist bislang noch nicht ausreichend. Im Zusammenhang mit der Öffnung der Technischen Hochschule muss das Linienkonzept hier noch überarbeitet und angepasst werden.
  • Wir wollen moderne Haltestellen mit Dachbegrünung, Beleuchtung und digitalen Anzeigen von Informationen und Wartezeiten. Überall dort, wo Wartehäuschen ausgetauscht oder neu aufgestellt werden, sollen sie diesem Standard entsprechen.
  • Zur Attraktivierung des ÖPNV wollen wir preislich günstige Ticketangebote im Verkehrsverbund prüfen lassen.

Für PKW

  • Nach wie vor ist das Auto für viele Menschen der Garant für individuelle Mobilität. Das Straßennetz in Leverkusen muss sich weiterhin auch  an den Bedürfnissen der PKW-Fahrer orientieren. Durch verbesserte Verbindungen zwischen Stadtteilen und Knotenpunkten wollen wir Stauschwerpunkte entzerren.
  • Wir lehnen die Einführung von Sonderfahrspuren für Elektroautos ab, da solche Fahrspuren zusätzlich Stau verursachen und daher weder für die Umwelt noch für die Verkehrsteilnehmer einen Vorteil bringen. Statt einer nach Antriebsart definierten Sonderfahrspur setzen wir uns für die technologieoffene Förderung umweltfreundlicher Antriebe sowie das Vermeiden von Stau, zähfließendem Verkehr und Parksuchverkehr zur Verbesserung der Luftqualität ein.
  • Die Erfahrungen aus der Corona-Krise haben gezeigt, dass der Einfluss des Verkehrs auf die Stickoxid-Belastung unserer Luft überschätzt wird. Bei starkem Rückgang des Verkehrsaufkommens um bis zu 70% während des Corona-Lockdowns wurde an den Leverkusener Messstellen kaum eine Änderung dokumentiert. Fahrverbote bewerten wir aus diesem Grund als nicht verhältnismäßig und lehnen sie ab. Vielmehr müssen Alternativen gefunden werden, die tatsächlich wirksam sind und nicht unverhältnismäßig Leverkusener PKW-Fahrer und Handwerksbetriebe treffen.
  • Wir lehnen flächendeckende Tempo 30-Regelungen ab.
  • Der Europaring zwischen Opladen und Wiesdorf ist eine wichtige Verkehrsachse, zerschneidet aber auch Küppersteg als Stadtviertel. Wir setzen uns deshalb für die schnellstmögliche Umgestaltung des Kreisverkehrs und der B8 ein, um den trennenden Charakter der Straße zu beenden. Wir begrüßen die geplante, jeweils einspurige Verkehrsführung mit begrünten Flanken.
  • Wir setzen uns für ausreichend Parkraum ein, um Parksuchverkehr zu verhindern.
  • Parkraumbewirtschaftung sollte nur dort stattfinden, wo wirklich Bedarf ist. Bei den Parkgebühren sollte keinesfalls nach Antriebsarten unterschieden werden.
  • Maßstab für die Parkraumbewirtschaftung darf ausschließlich die Parksituation vor Ort sein. Ob und in welcher Höhe Parkgebühren in Leverkusen erhoben werden, muss insgesamt überprüft und mindestens für Schlebusch und Opladen angepasst werden.
  • Eingerichtete Anwohnerparkzonen sollen regelmäßig überprüft werden.
  • Carsharingmodelle, aber auch Taxen und Angebote von Dienstleistern wie Uber sind eine sinnvolle Ergänzung im Mobilitätsmix. Neue Anbieter dürfen nicht darin gehindert werden, in den Markt einzutreten.
  • Umweltfreundliche Antriebe wollen wir ermöglichen und fördern. Wir setzen und daher für den Ausbau der Ladeinfrastruktur für alternative Antriebstechnologien ein.

Für Fern- und Regionalverkehr

Die gute Verkehrsanbindung und schnelle Erreichbarkeit der Autobahnen A1 und A3 sind für Leverkusen ein wichtiger Standortvorteil. Sowohl für die örtlichen Unternehmen als auch für viele Pendlerinnen und Pendler ist gerade diese Anbindung ein wichtiges Argument. Gleichzeitig zerschneiden diese Autobahnen aber auch das Stadtgebiet und sorgen durch ihre Überlastung für massive Verkehrs- und Umweltbelastungen in unserer Stadt. Wir erkennen zwar die grundlegende Notwendigkeit für den Autobahnausbau, Brückensanierungen und auch für mehr LKW-Parkplätze an Fernstrecken an. Wir können aber nicht hinnehmen, dass diese Entscheidungen auf Bundes- und Landesebene stets einseitig zu Lasten unserer Stadt und unserer Bürgerinnen und Bürger getroffen werden. Leverkusen ist weit mehr als ein Drehkreuz und Verkehrsknotenpunkt, es ist unser Zuhause! Neben einer guten Anbindung an die Autobahnen ist es genauso wichtig eine vernünftige Alternative durch Schienen- oder Fernbusverkehr zu schaffen. Dadurch werden gleichermaßen die Umwelt und die Straßen auf dem Stadtgebiet entlastet. Viele Pendlerinnen und Pendler, aber auch Fernreisende könnten umsteigen, wenn die Anbindung weiter verbessert würde. Das Fernverkehrskonzept 2030 der Deutschen Bahn sieht aber vor, dass Leverkusen weiterhin nicht regelmäßig angefahren wird. Das ist für uns nicht akzeptabel. Als eine gute Verbindung hat sich auch der Flixbus-Halt in Leverkusen Wiesdorf bewährt, der unbedingt erhalten bleiben muss. Wir fordern dazu:

  • Wir wollen als Leverkusenerinnen und Leverkusener mit unseren Interessen ernst genommen werden, wir sind nicht nur eine Autobahnabfahrt, sondern Heimat für über 167.000 Menschen. Land, Bund und Straßen NRW müssen die Sorgen und Nöte dieser Menschen endlich ernst nehmen und bei ihren Entscheidungen berücksichtigen.
  • Die Sorgen und Nöte der Anwohnerinnen und Anwohner sind berechtigt und müssen soweit wie möglich bei den Ausbauplanungen und beim Lärm- und Gesundheitsschutz berücksichtigt werden. Wir wollen so viel aktiven und passiven Lärm- und Abgasschutz wie möglich. Das gilt insbesondere auch in der Bauphase.
  • Für die A1 fordern wir seit langem den kleinen Tunnel (Tunnel statt Stelze), um die Belastung durch den Autobahnverkehr in unserer Stadt so erträglich und gering wie irgend möglich zu gestalten.
  • Die geplante Rastanlage für LKWs an der A1 lehnen wir ab. Leverkusen ist durch Verkehrsprojekte für den Transitverkehr bereits schwer belastet, hier wären andere Standorte deutlich besser geeignet. Außerdem können wir als wachsende Stadt auf das geplante Neubaugebiet Fester Weg in Steinbüchel nicht verzichten. Die Bebauung dieses Gebiets wird durch die in unmittelbarer Nähe geplante Rastanlage für LKWs an der A1 massiv gefährdet. Eine derartige Einschränkung unserer Stadtentwicklung können wir nicht hinnehmen.
  • Wir wollen auch beim Ausbau der A3 eine Planung, die die Bedürfnisse der Leverkusener Wohnbevölkerung ernst nimmt – so viel Tunnel wie möglich, so viel aktiven und passiven Lärm- und Abgasschutz wie machbar!
  • Wir fordern Bund und Land auf, alle Planungs- und Ausführungsvarianten sorgsam und insbesondere mit Blick auf den Gesundheits- und Eigentumsschutz der Betroffenen zu prüfen.
  • Die Betroffenen vor Ort, zum Beispiel in der Schleswig-Holstein-Siedlung, bringen sich konstruktiv und mit viel Engagement in die Diskussion um den A3-Ausbau ein. Innovative, ungewöhnliche oder etwas teurere Vorschläge sollten sorgfältig geprüft und wo immer möglich aufgenommen werden. Wir befürworten beispielsweise die Idee, ein Wegerecht auf Anwohnergrundstücken einzuräumen und so den Platz für einen zusätzlichen Grünstreifen für die Pflege zu sparen oder den Vorschlag, den Abriss der aktuellen Schallschutzwand erst nach dem Bau der neuen durchzuführen.
  • Beim Bau des RheinRuhr-Express (RRX) ist auf eine gute Anbindung an den örtlichen ÖPNV ebenso zu achten wie auf einen optimalen, den geltenden Standards entsprechenden Lärmschutz entlang der neuen Trasse.
  • Insgesamt sind aufgrund erhöhter Fahrfrequenzen auf den Gleisstrecken die Lärmschutzmaßnahmen zu überprüfen und durch die Bahn zu verbessern.
  • Wir fordern die überfällige direkte Verbindung des regionalen Schienenpersonenverkehrs zwischen dem Bahnhof Opladen und Düsseldorf.
  • Leverkusen braucht eine tägliche Fernverkehrsverbindung mit Intercitys zwischen den Großstädten wie Berlin, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart oder München.
  • Wir fordern eine saisonale Verbindung zu Urlaubszielen mit einer Fahrradmitnahme-Möglichkeit nach Süddeutschland und Norddeutschland ein.
  • Die Stadt Leverkusen soll regionaler Halt des Flixbuses bleiben, der insbesondere für die Studierenden der Hochschule eine wichtige Anbindung darstellt. Die Verlegung des Halts von Köln nach Leverkusen Mitte hat sich in den vergangenen Jahren bewährt.

 

Jugend

Gute Kommunalpolitik bietet Kindern und Jugendlichen weltbeste Bildung, gute Zukunftsaussichten und einen positiven Lebensraum für ihre Familien. Kinder und Jugendliche brauchen aber mehr als das. Sie benötigen auch Freiraum, um sich zu entfalten und Möglichkeiten ihre Umgebung mitzugestalten. Entscheidungen, die heute getroffen werden, prägen die Chancen und die Lebensumstände zukünftiger Generationen. Dieser Verantwortung sind wir uns als Freie Demokraten bewusst. Unser Anspruch ist es deshalb, nicht nur im Interesse unserer Kinder und Enkelkinder zu entscheiden, sondern soweit wie möglich mit ihnen gemeinsam. Zukunft und Nachhaltigkeit sind für viele Jugendliche ein wichtiger Antrieb. Wie wir alle in unserer Stadt morgen und übermorgen leben und arbeiten sind zentrale Fragen. Leverkusen darf aber gleichzeitig  nicht erst perspektivisch für junge Menschen attraktiv sein. Zu einer lebenswerten Großstadt gehört, dass sie heute attraktive Freizeitmöglichkeiten, gute Verkehrsanbindungen und eine moderne Infrastruktur bietet. In der Welt zuhause Digitalisierung ist mehr als ein Schlagwort und mehr als ein Trend – sie bedeutet einen weltweiten Paradigmenwechsel. Freier und kostenloser Zugang zum Internet und digitalen Angeboten macht Leverkusen attraktiver.

Wir fordern daher:

  • Leverkusen soll ein leistungsfähiges öffentliches WLAN-Netz an zentralen Punkten der Stadt sowie Einkaufs- und Ausgehmeilen bereitstellen.
  • Den Internetzugang gerade im Bereich des ÖPNV wollen wir attraktiver machen. Neben den bereits existierenden Hotspots soll besonders in den Bussen und an den Bus- und Bahnhöfen (Wiesdorf, Opladen und Schlebusch) WLAN öffentlich zugänglich sein.

Mobil unterwegs

Um Jugendlichen möglichst viel Freiraum zu bieten, muss ein Verkehrskonzept flexibel gestaltet sein. Bessere Vernetzung mit den umliegenden Städten ist für viele Jugendliche ein zentrales Anliegen. Wir fordern daher:

  • Die Freifahrtregelung des Schülertickets wollen wir in Zukunft durch ein umfassenderes Konzept ersetzen, sodass der ermäßigte Preis dann für alle Schüler gilt. Die Stadt Leverkusen soll dazu in entsprechende Gespräche mit der Verbandsversammlung des VRS eintreten, um diese Regelung möglichst stadtübergreifend zu treffen. So wird die persönliche Mobilität der Schüler innerhalb Leverkusens gestärkt.
  • Das Nachtbusnetz wollen wir am Bedarf der Jugendlichen orientiert ausbauen. Welcher Bedarf insbesondere in den Abendstunden besteht, soll mit den Jugendlichen im Dialog erarbeitet werden.
  • In Kooperation mit den umliegenden Städten und mithilfe von Förderprogrammen der öffentlichen Hand wollen wir die Anschlüsse verbessern. Insbesondere ist unser Ziel die Verlängerung der Straßenbahn-Linie 4 von Schlebusch über Alkenrath bis Leverkusen-Opladen. Langfristig wollen wir die auf der Kölner Seite geplante Splittung in zwei Linienführungen nutzen, um die neue Linie über Köln-Flittard bis Opladen fortzusetzen und die Schleife zu schließen.

Freizeitgestaltung

Attraktive Angebote der Freizeitgestaltung machen für Jugendliche die Lebensqualität in einer Kommune aus, was in der Folge auch Lebensqualität für Familien bedeutet. Deshalb ist es uns ein Anliegen, Freizeitangebote zusammen mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu gestalten, damit Leverkusen für diese Gruppen Heimat wird und bleibt. Wir fordern:

  • Der Skaterpark unter der Autobahn ist für Jugendliche in Leverkusen ein wichtiger Treffpunkt und Bestandteil des öffentlichen Raums in Leverkusen. Sollte im Zuge der Autobahnerweiterung bzw. der Umbauarbeiten der Skaterpark wegfallen, muss frühzeitig ein alternativer Standort gefunden werden. Der neue Standort muss weiterhin gut für Kinder und Jugendliche zu Fuß oder mit ÖPNV erreichbar sein. Bei der Auswahl des neuen Standorts soll ebenfalls überprüft werden, ob die Möglichkeit besteht, ein Angebot für BMX-Fahrer zu schaffen und den Skaterpark um eine BMX-Strecke o.ä. zu erweitern.
  • Bestehende Bolzplätze sollen unbedingt in gutem Zustand erhalten und wo nötig aufgerüstet werden, um Kindern und Jugendlichen einen kostenlosen sozialen Treffpunkt zu bieten. Gerade für die Altersgruppe ab 12 Jahre sind diese Plätze wichtig. Wir sehen massiven Sanierungsbedarf an vielen bestehenden Plätzen, zum Beispiel im Park in Mathildenhof, in Hitdorf am Rheinufer oder in der Maria-Dresen-Str. in Schlebusch. Ein positives Beispiel und Vorbild für einen guten Jugendtreffpunkt ist etwa die neue Anlage in der Opladener Bahnstadt, die Raum für Ballsport bietet und noch eine kleine Skateranlage hat.
  • Viele Jugendliche und junge Erwachsene fahren in die umliegenden Städte, um einen Club zu besuchen, weil in Leverkusen ein entsprechendes Angebot fehlt. Daher unterstützen wir Vorhaben, Clubs an geeigneten Stellen in Leverkusen anzusiedeln. Opladen eignet sich mit dem neuen Studierendenwohnheim hierfür besonders gut.
  • Die von der Stadt betriebenen Jugendhäuser sind Anlaufpunkt für Jugendliche, um ihre Freizeit altersgerecht zu gestalten. Sie sollten auch weiterhin zur Anmietung durch Vereine und Privatpersonen zur Verfügung stehen. Sie sind Insbesondere wichtig, um Jugendlichen eine Gelegenheit zu bieten, unabhängig von ihrem Zuhause zu feiern oder private Veranstaltungen zu organisieren.
  • Die offenen Jugendeinrichtungen freier Träger erfüllen eine öffentliche Aufgabe und sind unerlässliche Bestandteile bedarfsgerechter Jugendarbeit in den Leverkusener Sozialräumen. Es ist eine ausreichende öffentliche Förderung zu gewährleisten, damit offene Jugendarbeit der freien Träger stattfinden kann.

Mitentscheiden und Mitgestalten

  • Wir sehen es als zentrale Aufgabe einer Kommune, die politische Beteiligung der Jugend zu fördern.
  • Einfache und digitale Mitwirkungs-und Mitgestaltungsmöglichkeiten geben Jugendlichen einen Weg, um ihre Anliegen und Interessen zu formulieren und zu vertreten. Wir setzen uns daher für einen Dialog zwischen Jugendvertreterinnen und -vertretern, Politik und Verwaltung ein, der ergebnisoffen Konzepte für mehr politische Teilhabe von Kindern und Jugendlichen erarbeiten soll.
  • Bisher erprobte Formen der Jugendbeteiligung wie ein Jugendparlament und auch der Versuch mit dem digitalen epartool haben in Leverkusen keine langfristigen Beteiligungsergebnisse gebracht. Daher fordern wir, aktiv erfolgreiche Beteiligungskonzepte in anderen Kommunen zu prüfen und auf Leverkusen zu übertragen. Hierbei ist insbesondere die langfristige, professionelle Begleitung durch die Stadt zu gewährleisten.

 

Gutes Leben für Senioren

Das Leitbild der FDP ist der freie, selbstbestimmt handelnde Mensch, der das ganze Leben lang für sich und andere Verantwortung übernimmt, solange die eigene Kraft dazu reicht. Wir setzen uns dafür ein, dass möglichst alle Menschen nach ihrem eigenen Lebensentwurf leben können und nicht nach den Vorgaben anderer. Seniorenpolitik verstehen wir daher nicht aus einer Perspektive möglicher Benachteiligungen oder Pflegebedürftigkeit heraus, sondern verbinden sie mit Chancen für die Zukunft, denn ältere Menschen sind heute selbstbewusster, engagierter und mobiler denn je. Die Corona-Krise in diesem Jahr hat uns aber auch vor Augen geführt, dass gerade lebensältere Menschen den besonderen Schutz unserer Gesellschaft benötigen und sich im Ernstfall auf unsere Gesellschaft und auf unser Gesundheitssystem verlassen können müssen. Die schwierige Zeit des Kontaktverbots und der Ansteckungswelle hat uns auch allen noch mal deutlich gemacht, wie wichtig Großeltern gerade für Kinder und Familien sind, wie stark sie arbeitende Eltern im Alltag entlasten und wie sehr sie uns fehlen, wenn wir sie nicht um uns haben können. Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren machen nicht nur zahlenmäßig einen bedeutenden Teil unserer Gesellschaft aus, sie steigern auch die Qualität unseres Zusammenlebens. Es ist Aufgabe unserer Kommunalpolitik, ihnen möglichst lange die Teilnahme am öffentlichen Leben zu ermöglichen.

Wir fordern:

  • Zukünftig sollen alle kommunalpolitischen Entscheidungen dahingehend überprüft werden, ob sie der demografischen Entwicklung gerecht werden („Demografie-Check“).
  • Seniorinnen und Senioren sollen nach ihren persönlichen Möglichkeiten und Vorstellungen eigenverantwortlich, selbstbestimmt und mobil ihr Leben gestalten können. Schwerpunkt unserer Seniorenpolitik ist Generationengerechtigkeit und Vermeidung von Altersdiskriminierung.
  • Wir setzen uns dafür ein, Menschen jeden Lebensalters einzubinden.
  • Wir wollen eine seniorengerechte Quartiersentwicklung, um den Menschen möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause und im vertrauten Umfeld ermöglichen.
  • Wir unterstützen die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs durch wohnortnahe Einkaufsmöglichkeiten, möglichst fußläufig. Deshalb fordern wir unter anderem die Verwirklichung der Vollsortimenter in Bergisch Neukirchen und an der Reuterstraße in Schlebusch.
  • Wege und Plätze innerhalb von Grünanlagen und Friedhöfen wollen wir barrierefrei gestalten. Der Belag von Wegen und Plätzen muss plan, eben und rutschsicher sein.
  • Es sollen genügend Ruhebänke in Fußgängerzonen vorgehalten werden.
  • Bauliche Anlagen und Zugänge zu öffentlichen Verkehrsmitteln sowie Straßen, Plätzen, Bahnhöfe etc. müssen unbedingt barrierefrei zu erreichen sein. Dauerausfälle wie etwa der Aufzug im Treppenturm am Bahnhof Opladen sind für uns nicht hinnehmbar.
  • Fußgängerampeln müssen so geschaltet sein, dass Senioren bei Grün ohne Gefahr die Straße queren können. Wir wollen deshalb kontinuierlich prüfen, ob die Grünphasen lang genug sind.
  • Ältere Menschen gehören zu einer der Risikogruppen, die durch Hitzeereignisse am meisten gefährdet und beeinträchtigt sind.  Eine ausreichende Verschattung durch Bäume an öffentlichen Plätzen in den Fußgängerzonen und andere Maßnahmen sollen hier Abhilfe schaffen.
  • Senioren sollen eine Plattform haben, um sich über sie betreffende Themen austauschen zu können und sich in der Stadt einzubringen. Wir befürworten deshalb eine Seniorenvertretung als beratendes Gremium zu spezifischen Fragen der älteren Generation.

Pflege und Gesundheit

Wer im Alter oder durch eine körperliche oder geistige Einschränkung nicht (mehr) oder nur mit Unterstützung im eigenen Zuhause wohnen kann, braucht ein zuverlässiges und fürsorgliches Pflegeangebot mit angemessenen Rahmenbedingungen. Größtmögliche Eigenständigkeit, solange es geht, bedeutet dabei Lebensqualität für Menschen. Wir wollen deshalb den Ausbau neuer moderner Wohnformen wie betreutes und ambulantes Wohnen und Senioren-Wohngemeinschaften fördern, aber auch eine ausreichende Zahl an Seniorenheimen mit  guten Konzepten für Leverkusen. Oft entsteht ein Pflegebedarf nach einer plötzlichen oder rapiden Verschlechterung des Gesundheitszustands sehr kurzfristig. Betroffene und Angehörige sind in solchen Situationen schwer belastet und benötigen schnell und transparent einen Überblick über Hilfsangebote, die dann auch kurzfristig zur Verfügung stehen müssen. In einer alternden Gesellschaft kann auch dieses Thema eine Aufgabe für eine Seniorenvertretung sein. Die medizinische Versorgung im stationären Bereich ist in Leverkusen mit den zwei kleinen kirchlichen Krankenhäusern Remigius in Opladen und St. Josef in Wiesdorf sowie dem großen Klinikum Leverkusen in Schlebusch als kommunalem Krankenhaus gut. Die Krankenpflegeschule im Klinikum ist eine wichtige Ausbildungsstätte für junge Menschen und versorgt gleichzeitig unsere Krankenhäuser und Heime mit pflegerischem Nachwuchs. Auch die private Schule für Medizinische Fachangestellte (MFA) und Medizinisch Technische Radiologieassistenten (MTRA) sind wichtige Ausbildungsstandorte für Leverkusen.

Wir machen uns deshalb für die folgenden Punkte stark:

  • Wir wollen den Erhalt aller drei Krankenhäuser in Leverkusen. Das städtische Klinikum wollen wir weiter in kommunaler Trägerschaft behalten.
  • Kooperationen mit anderen Krankenhäusern erfordern eine genaue Prüfung der Chancen aber auch der Risiken und Nebenwirkungen.
  • Senioren- und Pflegeeinrichtungen sind weiterzuentwickeln, sodass zeitgemäße Einrichtungskonzepte und ausreichend Plätze angeboten werden.